Dialogveranstaltung zur Buslinie 18 – Der Anlass und wie es weiter geht

Der Quartierverein Luegisland lud Anfang März 2026 gemeinsam mit der vbl AG zu einer Informations- und Dialogveranstaltung ein. Mit Gästen des Verkehrsverbunds Luzern (VVL) und der städtischen Abteilung Mobilität wurden die in unserer Petition benannten Anliegen rund um die Buslinie 18 thematisiert. Die zentralen Probleme seit 2021 betreffen die häufigen Verspätungen, die Routenumstellung tagsüber und die generell reduzierten/geringen Frequenzen, siehe Powerpoint-Präsentation.

Im Nachgang zur Dialogveranstaltung wurden vom Vorstand weitere Gespräche geführt, deren Ergebnisse in diese Darstellung ebenfalls einfliessen.

1. Thema Verspätungen

Analyse

Die Dialogveranstaltung hat deutlich gemacht, dass die ungenügende Pünktlichkeit des öffentlichen Verkehrs eines der Hauptprobleme des gesamten Luzerner ÖV-Verkehrsnetzes ist (inkl. Brambergquartier). Beobachtungen aus dem Quartier deuten für die Verspätungen auf den Abschnitt zwischen Pilatusplatz und Kasernenplatz sowie auf die gesamte Spitalstrasse hin. Konkrete Messungen haben ergeben, dass sich für die Linie 18 die Busbeschleunigungsmassnahmen auf der Spitalstrasse weitgehend bewähren, d.h. die Busbevorzugungsstrecke. Die Verspätungen werden hauptsächlich zwischen der Ausfahrt Bahnhof-Buskante auf die Pilatusstrasse und danach bis Hirzenhof eingefahren. Sie beginnen gemäss Aufzeichnungen jeweils um ca. 15:00 Uhr.

Lösungsansätze von VVL und vbl

Folgende zwei geplante Massnahmen sollen auf der Linie 18 zu einer spürbaren Verbesserung der Pünktlichkeit führen:

a) Durchmesserlinien ab Dezember 2026

Der neue Fahrplan ab Dezember 2026 bringt für die ÖV-Erschliessung im Raum Luzern die grössten Anpassungen und Kapazitätserweiterungen seit rund 30 Jahren. Gemäss Roland Haldemann, Angebotsplaner Stadt Luzern und Agglomeration vom VVL, sollen die Durchmesserlinien ab Mitte Dezember 2026 eine Verbesserung der allgemeinen Pünktlichkeit auf allen Linien bringen. Hauptsächlich, weil weniger Linien am Bahnhof wenden und mit einem Linksabbieger in die Pilatusstrasse einmünden müssen. Damit entfällt eine Stauursache, da sich die Busse bei der Bahnhof-Ausfahrt weniger gegenseitig behindern und der Verkehrsfluss generell weniger gestört wird. Die konkreten Auswirkungen werden ab Einführung des neuen Fahrplans erkennbar und vom Vorstand des QVL beobachtet.

b) Vorschlag zur Optimierung des Viertelstundentakts der Linie 18

Roland Haldemann (VVL) hat einen Vorschlag ausgearbeitet der, in Absprache mit dem Vorstand des Quartiervereins Luegisland, in die Vernehmlassung zum neuen Fahrplan 2027 einfliesst (https://www.vvl.ch/news). Ziel dieser Fahrplanoptimierung ist es, die Pünktlichkeit der Linie 18 bis um ca. 17:00 zu verbessern. Das heisst, die meist bereits um 15:00 beginnenden Verspätungen sollten damit optimalerweise bis ca. 17:00 vermieden werden können.

Um das zu erreichen, würde der erste ¼-Stundentaktbus ab Bahnhof um 15:49 entfallen (diese Fahrt hat keine hohe Auslastung und muss keine Zuganschlüsse aufnehmen). Der erste ¼-Stundentaktbus würde neu um 15:45 im Bramberg und um 16:04 am Bahnhof starten und so bis ca. 17:00 einen pünktlicheren ¼-Stundentaktbetrieb ermöglichen. Der Vorstand des Quartiervereins Luegisland begrüsst diesen Vorschlag. Er wird bei Realisierung die Auswirkung verfolgen und im Bedarfsfall erneut intervenieren.

Geprüft wurde zudem die Frage eines Teilnehmers der Dialogveranstaltung, ob eine Fahrplanverschiebung zur Optimierung von Zugsanschlüssen möglich wäre. Die Rückmeldung lautet wie folgt: Ein passender Anschlussfahrplan kann nur entweder fürankommende oder für abfahrende Züge ausgelegt werden, nicht für beide. Aktuell ist der Busfahrplan auf Anschlüsse von ankommenden Zügen optimiert.

2. Thema Routenumstellung & Frequenzen

Analyse

Die vbl und der VVL begründen die Umstellung von der Linie 9 auf die Linie 18 mit der effizienteren Nutzung von Steuerfranken und einer steigenden Auslastung durch die Anbindung des Spitals, während die Linie 9 sinkende Fahrgastzahlen verzeichnete. Für den

erforderlichen Eigenfinanzierungsgrad ist die Bedienung des Kantonsspitals für den VVL daher zwingend. Eine alternative Linienführung ohne Bedienung des Kantonsspitals ist aufgrund der Nachfragecharakteristik und Kostensituation keine Option. Wie die Stadt Luzern betonte, zeigen deren Investitionen in barrierefreie Haltestellen, dass eine gute ÖV-Erschliessung des Brambergs ein wichtiges und auch langfristiges Anliegen ist. Zudem stellten die vbl AG und Stadt Luzern einen engeren Austausch mit dem Quartierverein, die Sensibilisierung des Fahrpersonals sowie technische Anpassungen (Busspur Spitalstrasse, Lichtsignalanlagen Rosenberg) in Aussicht.

Lösungsansätze

Für die Quartierbewohnerinnen und -bewohner führt die aktuelle Lösung mit der Routenumstellung tagsüber und die niedrigen Frequenzen zu Verwirrung und Unzufriedenheit. So wird beispielsweise die Bedienung der Haltestelle Mühlematt seit der Umstellung auf die Linie 18 faktisch halbiert. Aufgrund der Erklärungen der Fachleute wurde klar, dass Angebotsverbesserungen auf unserer Linie nur auf politischem Weg zu erreichen sind. Der vom Vorstand des Quartiervereins eingeschlagene Weg über die laufende Petition deckt sich mit dieser Analyse. Die Rückmeldung auf unsere Petition durch die Stadt Luzern muss innerhalb von sechs Monaten erfolgen, d.h. bis ca. Ende August 2026. Abhängig von der Rückmeldung, wird der Vorstand das weitere Vorgehen definieren.

Fazit der Dialogveranstaltung

Die anwesenden Gäste von vbl, VVL und Stadt Luzern haben die Anliegen des Quartiers ernst genommen, die aktuell ausserordentliche Belastung durch Baustellen anerkannt und sie wollen sich für eine frühzeitigere und präzisiere Kommunikation bezüglich Baustellenplänen und Fahrplanveränderung einsetzen.

Zum Thema Verspätungen sind an der Veranstaltung, vor allem jedoch danach, Massnahmen formuliert, bzw. initiiert worden, die tatsächlich zu einer Verbesserung der Pünktlichkeit führen können – der Tatbeweis wird hoffentlich mit dem neuen Fahrplan ab Dezember 2026 erbracht werden können.

Ungenügend sind die aktuellen Optionen zur Verbesserung des Fahrplanangebotes. Die vorgebrachten Argumente des «optimierten Einsatzes des Steuerfrankens» und des «erforderlichen Eigenfinanzierungsgrades via Auslastung» können jedoch nur über politische Initiativen gekontert werden. Der Quartierverein wird sich deshalb weiterhin auf verschiedenen Ebenen für eine bessere ÖV-Erschliessung des Brambergs engagieren.

Der Vorstand des QVL bedankt sich herzlich bei den anwesenden Vertretern von Stadt, vbl und VVL für den konstruktiven Austausch und hofft, auf weiterhin gemeinsame Anstrengungen zum Ausbau des ÖV-Angebotes – im Dienst einer flächeneffizienten und umweltfreundlichen Mobilitätstrategie.

Interessante Links

Diesen Bericht als PDF herunterladen

Präsentation der Petition als Powerpoint anzeigen

Bus Voraus

https://www.vvl.ch/news

Bau der Durchmesserperrons

Stadt Luzern – Zusätzliche Bushaltekanten Pilatusstrasse und Bahnhofplatz.

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