Nächtlicher Lärm im Reussport

Die Häuser im Reussport liegen idyllisch oberhalb der Reuss. Prägender im Alltag ist die Autobahneinfahrt.
Die Lärmbelastung durch den Verkehr ist tagsüber gross. Nachts – so denkt man – sollte es ruhiger sein. Doch das täuscht, denn nachts ist der Lochhof ein Umschlagsplatz für Baumaterial für die Autobahnen der Zentralschweiz.

Die Ein- und Ausfahrt auf die Autobahn beim Lochhof wird nur durch die Notfalldienste genutzt – und durch Zentras. Zentras ist eine Dienststelle des Kantons Luzern und sorgt für den betrieblichen und baulichen Unterhalt der Nationalstrassen in den Kantonen Luzern, Zug, Ob- und Nidwalden. Was dies konkret bedeutet, erlebt die Nachbarschaft täglich und vor allem nachts.

Für die nächtlichen Arbeiten werden Absperrelemente auf der Autobahn platziert. Damit die Autobahn für den
Morgenverkehr wieder frei ist, werden diese Elemente im Lochhof deponiert. Dies ist mit beträchtlichem Lärm verbunden, denn die Absperrelemente werden auf dem Areal abgestellt und auch auf dem Asphalt hin- und hergeschoben. Dass diese Arbeiten für den Unterhalt der Autobahn notwendig sind, ist unbestritten. Dass diese Arbeiten nachts geschehen, ist verständlich. Aber wieso geschieht dies direkt zwischen den Wohnhäusern?

«Lärm stresst und macht krank» schreibt der Kanton auf seiner Website. «In lärmbelasteten Wohngebieten leiden die Menschen z.B. häufiger an Schlafstörungen oder Stresssymptomen.» Schon in einer Standortbestimmung von 2010 werden die breiten «Lärmkorridore» entlang der Nationalstrassen hervorgehoben, insbesondere in städtischen Gebieten.

In einem ersten schriftlichen Austausch zeigen sich die Verantwortlichen offen. So sollen gewisse Arbeiten auf die andere Seite des Lochhofs verschoben werden. Inzwischen wurden der Container entfernt und Unrat im Grenzbereich zur Wohnzone entsorgt.

Nicht gelöst ist aber das dringlichste Anliegen der Anwohner:innen: der nächtliche, unangekündigte Lärm durch das Zwischenlagern von Absperrelementen. Der Quartierverein und die Anwohner:innen hoffen, dass für dieses Problem im Dialog bald eine Lösung gefunden wird.